La Palma feiert - Kultur und Tradition
Der Festreigen, der mit dem Dreikönigsfest beginnt und zwölf Monate später endete zeigt die liebenswertesten und einfallsreichsten Seiten der Insel La Palma. Verloren im Atlantik jahrhundertelang von der Welt getrennt und auf sich selbst gestellt, ist diese Insel ein lebendiges Museum an Traditionen. Es vergeht kaum eine Woche an der die Palmeros keine „Fiesta" feiern.
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Am Abend des 5. Januars finden in Santa Cruz de La Palma, Los Llanos und EI Paso die traditionellen Umzüge der Heiligen Drei Könige statt. Wer etwas Besonderes erleben möchte, fährt nach Garafia um sich dort von dem Mysterienspiel beeindrucken zu lassen. Traditionell bringen die Heiligen Drei Könige den Kindern in ganz Spanien an diesem Tag die Geschenke.
Ende Januar, Anfang Februar blühen die Mandelbäume auf La Palma, was mit einem großen Volksfest in Puntagorda gefeiert wird.
Santa Cruz de La PaIma. Am Rosenmontag empfängt eine kuriose Puderschlacht die Indianos, die Heimkehrer aus Amerika mit ihren Papageienkäfigen und Schrankkoffern, riesigen Havannas, Sklaven, dicken Uhrketten und ''espejuelos'' (Brillen mit kleinen, runden Gläsern). Dazu ertönt überall karibische Musik. Doch woher kommt der Brauch?
Anfang der sechziger Jahre begannen die beiden Palmeros YoIanda Cabrera und Alfredo Perez Diaz die Indianos zu parodieren. Dabei geht es um reich gewordene Emigranten, die nach La Palma zurückkehrten, elegant gekleidet in weißen Leinen und Spitze. Erst in den achtziger Jahren wurde diese Tradition offiziell von der Stadtverwaltung in das Karnevalsprogramm integriert und somit auch das Puderwerfen.
Eine althergebrachte Tradition kennt man auch in Los Llanos de Aridane: Die Alten Doppelfiguren, eine davon unecht, halb alte Frau, halb Mann, der vorgibt, auf der Frau Huckepack zu reiten.
Wie überall auf den Kanaren finden an Ostern auf La Palma Prozessionen statt. Hierbei zieht man in verschiedenen Orten auf La Palma am Abend des Ostersonntags mit dem auferstandenen Christus durch die geschmückten Straßen. Für den Heiligen Johannes, der Maria begleitet, und die Heiligen Frauen trennen sich die Wege. Als diese allerdings feststellen, dass Jesus auferstanden ist, laufen sie hin und machen drei Kniefälle, anschließend wird Maria informiert. Die Muttergottes grüßt ihren Sohn ebenfalls mit drei Kniefällen. Als letztes wird der silberne Dolch an der Marienstatue entfernt, der als Symbol des Schmerzes gilt. Nun bricht in der Prozession das strenge Schweigen und Trommeln und Glocken erklingen, die das „Gloria'' läuten (fröhliches Ostergeläut).
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Eine etwas andere Prozession kann man dagegen in San Andres y Sauces erleben: Dort ziehen die Kinder mit Zweigen der Gacia (eine leuchtendgelbe Ginsterart) bis vor die Kirche, dabei wird der Pfarrer ,,gegeißelt'', der in die Kirche flüchtet, die Fenster öffnet und den Kindern Bonbons und Heiligenbildchen zuwirft.
Der Kreuztag: Hunderte von Kreuzen auf der ganzen Insel, Wegkreuze oder Kreuze die Berge krönen, werden am Abend zum dritten Mai mit Papier oder Stoff überzogen und anschließend mit Blumen, Kerzen und Schmuck verziert. Ihnen zur Ehre erstrahlt dann ein Feuerwerk. Am 3. Mai 1493, dem „Tag der Erhebung des Heiligen Kreuzes'', gründete Lugo an dem Ort, an dem sich die altkanarische Siedlung Apunyon (auch Aupron) befand, die Stadt Santa Cruz de La Palma. Es war damals der Höhepunkt der Inseleroberung durch den Stadthalter Alonso Fernandez de Lugo. Auch die Balkone der Einwohner sind mit geschmückten Kreuzen verziert, aber auch mit „mayos", kleinen grotesken Puppen, die verschiedene Traditionen darstellen oder auch aktuelle Ereignisse.
Natürlich hat jede Gemeinde auf La Palma noch seine eigenen Fiestas, wie zum Beispiel Tijarafe am 8. September. In den frühen Morgenstunden tummeln sich die Einwohner auf der Tanzfläche der Plaza de Candeleria, neben der Kirche. Hier wartet man ungeduldig auf den Teufel - und plötzlich steht er da - in funkelnden Farben mit Donner und Musik. Aus seinem schwarzen Rumpf sprießt ein Feuerwerk. Und wenn der Kopf erst einmal brennt, hat die Heilige Jungfrau über das Böse gesiegt und es kann ausgiebig gefeiert werden.
Einzigartig ist auch die Schiffsprozession an einem Sonntag im Juli in Tazacorte zu Ehren der Carmen, der Schutzheiligen der Fischer.
Ebenso feiert man hier den Heiligen Michael, den Schutzpatron der Insel am letzten Sonntag im September, mit einer Gala, Festumzug und den bunten Steckenpferden (Caballos Fufos).
Fragt man allerdings die Palmeros nach der größten Fiesta der Insel so wird er immer antworten: Bajada de Ia Virgen da Las Nieves (die Herabkunft der Heiligen Jungfrau vom Schnee) in Santa Cruz de La Palma. Alle fünf Jahre - das nächste Mal 2015 - feiert die Stadt von Juni bis August ihre Schutzpatronin der Insel. Hierbei geht es um die 1676 erlassene kirchliche Verfügung des Bischofs Bartolome Garcia Ximenez. In jenem Jahr trugen die Palmeros das Marienbildnis von Las Nieves in die Stadt herunter, um die Fürsprache der Heiligen Jungfrau zu erflehen, denn sie litten schon lange unter einer Dürreperiode auf den Feldern, die nicht nur Menschen, sondern auch das Vieh leiden ließ. Als der Bischof diesen Glaubenseifer des Volkes sah, bestimmte er, dass der fromme Akt ab 1680 jedes Jahr zu wiederholen sei. Am letzten Sonntag im Juni tragen Pilger in traditioneller Tracht zunächst die 42 Teile des silbernen Thrones der Madonna von Las Nieves über den Camino del Planto herunter in die Kirche EI Salvador, wo die Heiligenfigur während ihres Aufenthaltes in der Stadt residieren wird. Mit der Bajada des Thrones beginnt dann in Santa Cruz de La Palma die „Semana Chica", die kleine Woche, zu der Feiern wie die Padonga gehören. Bei einem nächtlichen Umzug findet zu den Klängen einer Musikkapelle für die Kinder ein Laternenumzug, ähnlich wie man es in Deutschland kennt an Sankt Martin, durch die abgedunkelten Straßen der Altstadt von Santa Cruz de La Palma, statt.

Am zweiten Sonntag im Juli beginnt die ,,Semana Grande", die große Woche der Bajada, mit dem Umzug der ,,mascarones", der Riesen und Dickköpfe, welche bekannte Märchengestalten und heute auch Comicfiguren darstellen.
Am Donnerstag derselben Woche steht der unbestreitbare Höhepunkt des Festes auf dem Programm, „La Danza de los Enanos", der berühmte Zwergentanz. Hierbei geht es um die Verwandlung von Menschen in Zwerge. Im ersten Teil treten die Tänzer zunächst in einer beliebigen Verkleidung (Griechen, Japaner, Mönche, Pilger. . . ) auf. Im zweiten Teil verwandeln sich die Tänzer in nur wenigen Sekunden in Zwerge und beginnen im selben Augenblick eine schnelle und mitreißende Polka zu tanzen.
Von der Plaza de Santo Domingo ziehen die Zwerge und ihr Gefolge durch die von Menschenmengen gesäumten Straßen von Santa Cruz de La Palma, wo sie die ganze Nacht durch weiter tanzen, bis die Strahlen der aufgehenden Sonne auf die Masten des Schiffes der Heiligen Jungfrau an der Plaza de La Almada scheinen, dem letzten Schauplatz des Tanzen - bis in fünf Jahren. Am Samstag begibt sich dann die Heilige Jungfrau, getragen auf einer Sänfte über das Portal der Kirche von Las Nieves, den Königsweg von EI Planto, der Kirche von La Encarnacion (hier wird die Nacht über noch einmal ausgiebig gefeiert) hinunter in die Stadt, wo sie dann am Sonntag das Portal der Kirche von EI Salvador durchschreitet.

