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Die Palmeros und ihre Geschichte
La Palma wurde im Neolithikum vom Volk der Guanchen besiedelt,  die angeblich groß und hellhäutig waren. Die Guanchen lebten auf einer steinzeitlichen Kulturstufe und waren in verschiedenen Clans organisiert, die die Insel unter sich aufteilten.
Der altkanarische Name von La Palma war Benahoare. Die Sprache der Guanchen, das Guanche, wurde nach der spanischen Eroberung etwa im  16. Jahrhundert unterdrückt. Allerdings haben sich einige Worte im heutigen kanarischen Dialekt erhalten.
Es gab auf La Palma keine großen Schlachten zwischen der Urbevölkerung und den spanischen Eroberern unter Führung von Alonso Fern6ndez de Lugo. Die Guanchen kamen hier deshalb nicht in Massen um und ließen sich, natürlich nicht ohne Widerstand, christianisieren. Sie waren auch noch nach der Conquista in der Inselbevölkerung in der Überzahl. Jedoch mussten sie sich den neuen Siedlern unterwerfen. Später vermischten sie sich mit diesen. Ein Teil der heutigen einheimischen Bevölkerung La Palmas stammt daher immer noch von den Guanchen ab.
Die zahlreichen Reste ihrer Steinzeitkultur sind heute eine Attraktion der Insel: Wohnhöhlen, Grabstätten, Steinwerkzeuge und die Petroglyphen - seltsame, komplexe  Steinritzungen mit unbekannter Bestimmung.
Am bemerkenswertesten sind die steingepflasterten Königswege, welche die gesamte Insel überziehen und die verschiedenen Regionen verbinden.
Als erster Eroberer erreichte im Jahre 1312 der Genuese Lancelotto Malocello La Palma.

la palma

Nachdem der kastilische Graf Hernan Peraza seine Macht auf Lanzarote, Fuerteventura und EI Hierro gefestigt hatte, entsandte er 1447 eine Flotte aus drei Schiffen mit 500 Mann zu der Insel, die bis dato als unbezwingbar galt. Aber auch diesem Feldzug war wie den vorangegangenen kein Glück beschert: Bei den erbitterten Kämpfen mit den Insulanern verloren die Spanier 200 Mann.
Am 29. September 1492 - Kolumbus entdeckte in diesem Jahr Amerika - landete der auf Gran Canaria beheimatete General Alonso Fernandez de Lugo mit einer Streitmacht von 900 Mann auf La Palma in der Nähe des Strandes von Tazacorte;  er war von dem spanischen Herrscherpaar Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon zu diesem Feldzug ermächtigt. Er hatte die früher von La Palma verschleppte Gasmira la Palmens dabei und machte falsche Versprechungen.
Die Bezirke Aridane, Tihuya, Tamanca und Ahenguarem unterwarfen sich. Die Herrscher von Tigalate allerdings leisteten starken Widerstand. Schließlich traten alle Fürsten der Benahoaritas, der Ureinwohner La Palmas, zum Christentum über, bis auf den Bezirk der Caldera de Taburiente, der damals Acero (starker Ort) hieß.  Diese Gegend unterstand dem berühmten Tonausu, der sich widersetzte und nur durch einen Hinterhalt gefangen genommen werden konnte.
De Lugo schickte der kastilischen Krone mehrere Gefangene zum Beweis seiner Eroberung, darunter auch Tanausu, der angesichts dieser Schande in den Hungerstreik trat und noch auf der Überfahrt starb.
Schnellen Reichtum bot La Palma nicht. Es gab weder Gold noch Silber oder andere Bodenschätze.
Gewinn versprachen zunächst nur die Einheimischen als Sklaven. Trotz eines päpstlichen Erlasses aus dem Jahr 1434, in dem Eugen IV. die ,,Canarios" zu freien Leuten erklärte und den Menschenhandel auf den Inseln verboten hatte, endete ein Großteil der Urbevölkerung von La Palma gleich nach der Eroberung in der Sklaverei. Schätzungen zufolge blieben nur rund 300 Familien (1 .200 Menschen) von diesem Schicksal verschont.
Diese Palmeros ließen sich nach und noch taufen und vermischten sich,  nachdem sie ab 1514 den Spaniern rechtlich gleichgestellt worden waren, rasch mit den Konquistadoren sowie mit eingewanderten Portugiesen und Franzosen.
Schon bevor sich der Sklavenhandel auf der Insel erschöpft hatte, verfolgte Alonso Fernandez de Lugo ein weitaus lukrativer erscheinendes Ziel: den Anbau von Zuckerrohr, zur damaligen Zeit das den meisten Gewinn bringende Ackerbauprodukt. Europäische Kaufleute, Handwerker, Wein- und Ackerbauern wurden auf die Insel gerufen, um Kapital und Arbeitskraft in Zuckerverarbeitungsanlagen zu investieren. Wie bedenkenlos man dabei mit der Landvergabe umging, wird an folgendem Beispiel besonders deutlich:
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1508 verkaufte Juan Fernarndez de Lugo seine Zuckerverarbeitungs- und -bewässerungsanlage von Tazacorte und Argual an den Andalusier Dinarte; dieser veräußerte sie ein Jahr später an die Augsburger Welser;  wiederum ein Jahr später (1510) gelangten sie in Besitz des Antwerpener Kaufmannes Jakob Groenenberch (hispanisiert: Jacomo Monteverde), von dem sie schließlich das Brüsseler Handelshaus  Van de Valle erwarb.
Im  16. Jahrhundert bekam La Palma nach Antwerpen und Sevilla das Privileg, mit Amerika Handel
zu treiben. Schnell entwickelte sich Santa Cruz de La Palma zu einem der wichtigsten Häfen des spanischen Reiches.
So ist es nicht verwunderlich, dass Santa Cruz de La Palma im  Laufe  des  16.  Jahrhunderts immer wieder Piraten anlockte, die sich der Reichtümer der Stadt bemächtigen wollten. Unter dem Befehl von Fransois Le Clerc plünderten 1553 Franzosen die Hafenstadt. Was sie nicht mitnehmen konnten, brannten sie nieder. Nach dieser Katastrophe wurden Kirchen, Klöster und Häuser größer und prächtiger wieder aufgebaut. Neue Verteidigungsanlagen wurden errichtet. So konnte 1585 der Angriff des Engländers Francis Drake erfolgreich abgewehrt werden.
Der Handel mit Amerika begünstigte das Aufkommen weiterer Erwerbszweige  (Schiffbau, Herstellung von Segeltuch etc.). Zahlreiche Kaufleute aus aller Welt kamen nach Santa Cruz de La Palma und verliehen dem Ort ein internationales  Flair, viele fremdländisch klingende Straßennamen zeugen noch heute von dieser glanzvollen Epoche.
Der Niedergang setzte bereits Mitte des  17.  Jahrhunderts  ein.  Nach einem Erlass aus dem Jahre  1657mussten alle Schiffe auf dem Weg nach Amerika auf Teneriffa registriert werden und dort ihre Abgaben entrichten.  Der Handelsverkehr im Hafen von Santa Cruz de La Palma kam damit nahezu zum Erliegen.
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Abgesehen von Piratenangriffen erlebte La Palma weitestgehend ruhige Zeiten.  Von jeder Wirtschaftskrise erholte sich das zwar bodenschatzlose, aber sehr fruchtbare Eiland immer relativ schnell. Nach Zucker und Wein ließ sich auch mit Bienenwachs und  -honig, mit Tabak sowie mit Seide gutes Geld verdienen. Bereits seit dem beginnenden  16.  Jahrhundert  pflanzte  man  in La Palma Maulbeerbäume an, und La Palma war führend in der Seidenherstellung der Kanaren. Die Seidenverarbeitung der Insel galt sogar als die fortschrittlichste des Kanarischen  Archipels.
Um  1830  wurde dann die aus Mexiko stammende Cochinilla-Laus eingeführt, eine Schildlaus, die einen begehrten karmesinroten Farbstoff  liefert. Mit der Entwicklung von Anilinfarbe um 1880 war diesem Wirtschaftszweig  jedoch nur ein kurzer Gewinn beschert.
 Aus dieser Wirtschaftskrise half schließlich der Bananenanbau, den zwei englische Gesellschaften,  Elder und  Fyffes,  ab  1878 in großem Stil auf die Kanaren gebracht hatten. Das einfache Volk auf dem Lande profitierte von dem auf La Palma erwirtschafteten Reichtum kaum.
Noch im 19. Jahrhundert lebten die meisten Inselbewohner in Stroh gedeckten Holzhütten,  selbst wohlhabende Landbewohner konnten sich nur niedrige Bruchsteinhäuser leisten. Probleme bereitete oft die Versorgung mit Lebensmitteln. Da man auf der Insel vorwiegend Monokulturen anbaute, reichte die verbleibende Ackerfläche für den Anbau von Getreide und anderen Landwirtschaftserzeugnissen nicht aus.  Schon  im  16.  Jahrhundert musste Getreide - zu  hohen  Preisen - importiert werden.  Die Armut auf dem Lande war so groß, dass in vielen Familien die ,,schlecht ernährten und schlecht gekleideten'' Männer und  Frauen, wie  1758 der Missionar Juan de Medinilla in einem vertraulichen Bericht an seinen Bischof schrieb, sonn- und feiertags aus Mangel an Kleidung jeweils  abwechselnd zur Messe gehen mussten.

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La Palma

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Reported on:
Fri, 18/05/2012 - 20:00